Geh’n wir Tauchen oder Was? Friendship Tour 2009

Die Vereinsfahrt vom 12.09. - 26.09.2009 nach Safaga stand unter dem Motto:„Friendshiptour“, da sich hier die Hofheimer Schwarzbachtaucher mit den Höchster Tauchern zusammengefunden haben.

Eigentlich hat Helen mit ihrem Eintrag ins Gästebuch unserer Tauchbasis schon alles gesagt: Das Motto unserer Friendshiptour war eindeutig: „Wir sind hier nicht zum Spaß hier!!!“ Dementsprechend wurde jeder Tauch-Spot besprungen, Delphine besucht, Haie verscheucht, Schildkröten gestreichelt und den Muränen tief in die Augen geschaut. Trotz kleiner Rückschläge „Wo ist eigentlich Karl-Heinz?“ und schon geplanten Seebestattungen von Gammelfleisch und Aas haben wir jeden Abend einen „Lutz auf den Ernst“ getrunken. Neugewonnene Kenntnisse wie Dekompression in der Kajüte (da 2 m unter der Wasseroberfläche) wurden besonders von den Tauchküken aufgenommen. Alte Hasen genossen die entspannte Atmosphäre und die vielen Erlebnisse unter und über Wasser, selbst mit NX80 in der Flasche :). Die kaum gesehenen Haie wurden durch Ulli den Walhai wettgemacht! Danke Ulli! Im allgemeinen war es wunderschön, manchmal etwas chaotisch, aber hier standen sich Guides und Taucher in nichts nach.

Aber für alle die, die nicht mit dabei sein konnten hier ein paar Details:
Im Vorfeld der Fahrt gab es schon einen gemeinsamen Grillabend zum gegenseitigen Beschnuppern sowie ein Treffen mit lauter nützlichen Informationen rund um die Fahrt. Los ging es am 11. September mit dem Vorabend-Checkin am Flughafen. Hier gab es schon kleine Schwierigkeiten wie erst in letzter Minute berichtigte Bestätigungen für die Tauchge-päckanmeldung oder die Verteilung der Tickets, da nicht alle zur gleichen Zeit einchecken wollen oder konnten. Nichtsdestotrotz saßen 5 Höchster und 8 Hofheimer pünktlich nachts um 03.25 Uhr im Flieger nach Hurghada. Mehr oder weniger ausgeruht erreichten wir das erste Etappenziel. Weiter ging es mit dem Bus zum Hotel Lotus Bay nach Safaga. Dort wurden wir schließlich von Maggi von den ABC Dream Drivers begrüßt. Nach Erledigung der Formalitäten bezogen wir die Zimmer und wurden dann abgeholt zum Tauchen: Endlich ins Wasser! Zuvor wurden aber noch in der Basis die Kisten verteilt, teilweise die Taschen zwischen geparkt und unsere zukünftigen Guides brachen in Begeisterungsstürme aus ob der mitgebrachten Leckereien, (Schinken, Senf, Wein...) aus Deutschland. Jetzt also endlich aufs Schiff! Aber oje, der Steg (oder das zusammengenagelte lange Brett) sah wenig vertrauenserweckend aus. Und schwanken tat es auch noch! Augen zu und rüber – wir gewöhnten uns im Laufe der Tage auch daran. Wir nahmen die Kahled Safaga in „Besitz“. Schuhe in die Kiste (an Bord ist Barfuß angesagt), Taschen/Rucksäcke an Deck, gesucht, wo die Kiste mit den eigenen Tauchsachen steht und angerödelt. Dies sollte noch viele Male folgen. Das Schiff nahm Kurs auf unser erstes Riff und wir hatten unser erstes Briefing, die Einweisung über den Tauchplatz mit Tiefen, Strömungen, Besonderheiten, Klärung, wer taucht mit wem usw. dann ging es für die Frischlinge unter uns endlich das erste Mal ins Meer! Salzig, warm, sehr gute Sicht und viel Fisch zu sehen. Trotz der ersten Schwierigkeiten (wieviel Blei brauche ich eigentlich?, Wie tauche ich vernünftig in der Gruppe ab?) sowie dem kurzfristigen Verlust einer Bleitasche verlief der erste Tauchgang als gelungener Auftakt zu vielen weiteren. Wieder an Deck wurde direkt eine Tradition eingeführt: „Jeder Spot wird besprungen“ oder wir springen vom Sonnendeck ins Wasser (selbstverständlich nicht ohne sich vorher abgemeldet zu haben und sichergestellt zu haben, dass keine Schildkröte im Wasser ist, der man auf den Kopf zu springen droht. ;)) Langsam stellte sich eine gewisse Routine ein: Frühstücken, um 8.00 Uhr abgeholt werden zum Tauchen (selbst nach deutschen Maßstäben waren wir eigentlich immer pünktlich), auf's Schiff, anrödeln, tauchen, ausruhen, mittags lecker auf dem Schiff essen, ausruhen, wieder tauchen und gegen 17.00 Uhr waren wir meistens zurück. Abendessen um 19.00 Uhr (das Nachtischbuffet war so ausgezeichnet, dass wir schließlich einen „Schlummerteller“ zusammenstellten (Leckereien vom Buffet, schön geteilt, damit es auch für alle hinterher in der Shisha-Bar reicht).

Die Bar lag direkt am Strand, hatte Sitzkissen im Sand und lud zum Chillen ein. Damit das Dekobier nicht so einsam ist, trat der Schlummerteller in Aktion. In der ersten Woche waren wir jeweils von Land aus unterwegs, zunächst an den Innenriffen, dann waren auch 3 Tauchgänge möglich und anschließend auch an den Außenriffen. Da hier die Fahrt jeweils länger war, blieb es normalerweise bei 2 Tauchgängen. Mitte der ersten Woche waren einige von uns zu faul für den mittleren Tauchgang und bevorzugten die Ruhepause an Deck. Bis der Ruf ‚Delphine’ erschallte - also nichts wie ab ins Wasser zu den Säugern! Wir kamen ihnen sehr nah und zwar für relativ lange Zeit bevor diese wunderbaren Kreaturen abtauchen, geradewegs auf unsere gerade zurückkommenden Tauchkollegen zu. Weitere Höhepunkte der ersten Woche waren das Tauchen an der ‚Salem Express’, eine 1991 gesunkene großen Fähre, die schon sehr schön bewachsen ist und wo wir auch einen Anglerfisch bewundern konnten sowie am gleichen Abend der Nachttauchgang, der für uns Tauchküken eine Premiere war. Darüber hinaus machten wir nähere Bekanntschaft mit Titandrückern. Diese sind zwar sehr schön anzuschauen aber doch mit Vorsicht zu genießen, zumindest wenn Sie zu zweit sind und sich um Nachwuchs kümmern. Dann verteidigen sie ihr trichterförmiges Revier gegen alle Eindringlinge und mit ihren starken Kiefern sowie den großen Eckzähnen, die normalerweise Muscheln und Krebse knacken, kann das für ahnungslose Taucher dann mal eng werden.  Auf dem Hinweg kam der Drückerfisch unseren Tauchguides (die ihrer jeweiligen Gruppe voraus tauchten) jeweils sehr nahe und nur durch Ausweichen ließ sich der „Kontakt“ vermeiden. Auf dem Rückweg waren wir dann gewarnt und schlugen einen Bogen um die Stelle, bis auf Einen von uns, der vor sich hinträumte. Leider reagierte er auf gar nichts, keine Zeichen, kein Klopfen… glücklicherweise ging es auch so gut aus. Bei der Rückkehr in den Hafen wurde jeweils das „Einparkmanöver“ des Bootes mit Spannung beobachtet: An der Mole war eigentlich viel zu wenig Platz; Es gab einen Rempler links, einen Rempler rechts, viel Palaver und hinterher war immer alles bestens.

Viel zu schnell war die erste Woche vorrüber und wir mußten Klaus und David verabschieden, für die der Urlaub schon vorbei war. Während wir Übrigen einen halben Tauchtag auf See erlebten, mußten unsere neuankommenden 5 Kollegen in der Tauchbasis bzw. am Strand ausharren. Nachmittags ging es dann auf die „Diamond Safaga“ unser „Heim“ für die folgende Woche. Die Kajüten waren schnell verteilt, die Sachen wurden verstaut, letzte Landgänge fanden statt (Für einige wurde dies zu einem Minimarathon, da man kurz vor der Rückkehr zum Schiff beschloss doch noch auf ein Bier, einen Cocktail in eine lokale Kneipe zu gehen, die leider genau entgegengesetzt lag. Aber nett war es). Auch an Bord stellte sich Routine ein: tauchen, essen, schlafen in jeder Reihenfolge bringt es auf den Punkt. Kurz nach dem Wecken um 5.30 Uhr schallte Ullis Ruf durchs Schiff und es fanden sich dann zumeist alle, mehr oder weniger wach an Deck ein zum ersten Briefing des Tages. Aufstehen vor dem Aufwachen geht offensichtlich auch! Nach dem ersten Tauchgang gab es Frühstück, ausruhen, 2. Tauchgang vor Mittag, essen, ausruhen, Nachmittagstauchgang, Kaffee und Kuchen (oder Obst, leckere Shakes...), ausruhen, Nachttauchgang (um 18.30 Uhr wurde es schon dunkel) und hinterher Abendessen und Ausruhen, gern mit Dekobier an Deck. Freischwimmende Muränen sahen wir überraschenderweise auch tagsüber häufig.

Samstags begegnete uns ein etwa 2m langes Exemplar und schwamm zielstrebig an uns vorbei. Neugierig folgten wir ihr und es lohnte sich: die Muräne hatte den toten Kofferfisch entdeckt und machte sich daran, selbigen zu verspeisen. Sie schaffte es zwar den Kofferfisch zur Hälfte ins Maul zu schieben hatte aber doch sichtlich Mühe mit seiner massiven „Bauweise“. Ein tolles Erlebnis ihren Bemühungen zuzuschauen!

Unser Nachttauchgang in Sataya Corner war die reinste Feuerfischparty. Jede Gruppe hatte im Schein der Lampen zwischen 7 und 10 Feuer-fischen während des Tauchgangs dabei, die versuchten im Lampenschein auf Jagd zu gehen. Feuerfische sind ja sehr nett anzuschauen und so viele und zum Teil auch große Exemplare sieht man selten auf einmal. Aber es war dann doch nervig weil sie immer dann, wenn man sich etwas anderes näher anschauen wollte, genau an diese Stelle schwammen, in den Lichtkegel, und das andere Objekt verdeckten! Und man mußte höllisch aufpassen nicht versehentlich einen zu berühren.

Das war aber der einzige Nachttauchgang bei dem die Feuerfische unser Licht zum Jagen ausnutzten. Ob die Kollegen an anderen Riffen dies noch nicht gelernt haben?

Ein weiteres Highlight war das Schnorcheln mit einer großen Gruppe Spinnerdelfine: Während der Mittagspause hatten wir die Chance, mit diesen Säugern zu schwimmen. Natürlich wollten die meisten mit, also ab ins Zodiac, zur Lagune fahren und ins Wasser: Die Gruppe war groß, über 50 Tiere, Jungtiere waren auch dabei. Sie zogen einfach ihre Bahn und ließen sich durch uns nicht stören. Wir kamen teilweise bis auf Armeslänge an die Tiere heran. Als sie sich entfernten, kletterte ein Teil wieder ins Zodiac, wir fuhren ihnen wieder ein Stück entgegen und wieder ging es ins Wasser. Das machten wir solange, bis wir und die Delfine keine Lust mehr hatten. Ein beeindruckendes Erlebnis!

Die Zodiacs wurden auch benutzt, um uns an der richtigen Stelle in die Strömung abzusetzen und einen Drift-Tauchgang zu genießen. Dabei wurde uns auch klar, warum wir in der ersten Woche das Setzen der Signal-Boje üben mußten. Dies war notwendig, damit uns die Crew nach dem Tauchgang wieder finden und einsammeln konnte.

Am vorletzten Tag machten wir einen Mädelstauchgang, aber nach wenigen Minuten waren die Männer schon wieder an unserer Seite! Manche meinen, die Männer hätten ja was verpassen können, andere wiederum schreiben dies den hervorragenden Orientierungsfähigkeiten der Damen zu ...

Viel zu schnell war die Woche vorrüber und die Safari zu Ende. Und wir mußten uns von unseren Guides Ulli, Maggy und Moumen verabschieden.

Fazit: Wir haben als Gruppe aus 2 Vereinen überraschend unkompliziert zueinander gefunden und schöne Tauchgänge gemacht! Wir haben viele schöne Dinge unter Wasser gesehen!! Und wir haben definitiv Spaß gehabt!!

Es tauchten: David, Jürgen, Karl Heinz, Klaus, Stefan, Susanne, Thomas und Werner aus Höchst sowie Christian, Ernst, Helen, Karl-Heinz, Lutz, Marie, Silvia, Simon, Steffi und Thorsten aus Hofheim.

Stefan Körner