Tec-Tauchen

Technisches Tauchen - eine Begriffsklärung

Tec Taucher tragen nur schwarze Tauchanzüge, sind grundsätzlich mit Ausrüstung überladen und gehen nie ohne Doppelgerät und mindestens einer zusätzlichen Flasche ins Wasser. !

Diese Erklärung ist sicherlich nicht ganz ernst gemeint, aber was ist Tec-Tauchen, das Technische Tauchen dann? Ein Sport für masochistische Ausrüstungsfetischisten?

Nein, bestimmt nicht. Das Tec Tauchen in der uns bekannten Form entstand in den 60’iger und 70’iger Jahren in Amerika, als in Florida die dortigen Quelltöpfe erschlossen wurden. Daher kommen noch heute viele Ausdrücke und Bezeichnungen aus dem Englischen. Schnell war klar, dass es besonderer Ausrüstung und besonderer Prozesse bedarf, um solche Tauchgänge in Höhlen meistern zu können.

Technische Taucher möchten ihre Tauchgänge über die im Sporttauchen üblichen und bewährten Tiefengrenzen hinweg ausdehnen. Dies soll auf eine sichere Art und Weise geschehen, ohne Gefahren wie Tiefenrausch und Dekompressionskrankheit zu multiplizieren. Daher passen technische Taucher ihre Ausrüstung und ihre Atemgase dem jeweils beabsichtigten Tauchgang an. Getaucht wird mit zwei verschiedenen technischen Systemen:

  1. Offenes System, oder open circuit OC. Dieses System entlässt wie beim Sporttauchen die Ausatemluft in das Wasser.
  2. Geschlossenes System, oder closed circuit CC. Dieses System führt die Ausatemluft im Kreis, zunächst über einen besonderen „Atemkalk“, der das in der Ausatemluft befindliche CO2 chemisch bindet. Der wenige verbrauchte Sauerstoff wird aus einer Flasche ergänzt. Dieser Sauerstoff wird zusätzlich aus einer weiteren mitgeführten Flasche verdünnt. Das Verdünnungsgas kann normale Luft sein, oder spezielle Atemgase optimiert für bestimmte Tiefen. Rebreather unterscheiden sich technisch in ihrer Bauweise.

Geatmet wird, egal welches der o.a. Systeme zum Einsatz kommt, ein auf die beabsichtigte Tiefe und die Dauer des Tauchgangs angepasstes Gas. Grundsätzlich brauchen wir Sauerstoff um zu leben. Stickstoff brauchen wir überhaupt nicht, dennoch ist er zu 79% in der Luft enthalten. In unserere normalen Umgebung, auf Meereshöhe schadet er uns nicht, allerdings ist er beim Tauchen, unter einem erhöhten Umgebungsdruck, für alles Unangenehme verantwortlich. Tiefenrausch Dekompressionkrankheit werden durch Stickstoff inunserem Organismus ausgelöst. Daher optimieren technische Taucher ihre Atemgase und reduzieren, abhängig von der aufgesuchten Tiefe, den Anteil des Stickstoffs.

A: NItrox, ein in seiner Zusammensetzung verändertes Gemisch aus Stickstoff N2 und Sauerstoff O2. Der Sauerstoffanteil, der in normaler Atemluft/Pressluft 21% beträgt wird erhöht und damit der Anteil des Stickstoffs gesenkt. Standards sind Nx 32, mit 32 % Sauerstoff, Nx36 und Nx50. Der Stickstoff hat dann bei diesen Gasen nur noch 68%, 64% oder sogar nur 50%.

B: Trimix, dieses Gemisch setzt sich aus den Komponenten Sauerstoff O2, Stickstoff N2 und Helium He zusammen. Auch hier gilt das gleiche Prinzip der Stickstoffminimierung, allerdings wird eine weitere Verminderung nun mit Helium erzielt. Helium kommt zum Einsatz da hohe Sauerstoffanteile im Atemgas ebenfalls unerwünschte Nebeneffekte haben Helium dagegen hat ein sehr niedriges narkotisches Potential, was die Tiefenrauschgefahr minimiert bzw. ausschliesst.

Wracktauchen
Wracktauchen

Die Ziele eines technischen Tauchers sind das offenen Wasser, egal ob Süss- oder Meerwasser, ob Kalt- oder Warmwasser. Auch im Süsswasser gibt es atemberaubende Steilwände und Wracks, jedoch die optisch beeindruckenderen Wracks finden sich im Meer. In flachem Wasser selten gewordene Tiere können in größeren Tiefen wieder ungestört aufgefunden und fotografiert werden.

Ein weiteres mögliches Ziel können Höhlen, oder geflutete Bergwerke sein. Es ist faszinierend, durch Stollen und Schächte in einem Bergwerk zu schweben. Der Eindruck entsteht, dass die Kumpels und Bergleute eben erst die Grube verlassen haben; Werkzeug und Gegenstände des täglichen Gebrauchs liegen noch dort, wo sie liegen gelassen wurden. Tauchen in Höhlen oder Bergwerken bedarf allerdings noch sehr viel mehr an Prozessen und speziellen Techniken. Der Umgang mit Sielen und Rollen muss geübt werden, ist das verlegen eines Ariadnefadens lebenswichtig.

Alle Fertigkeiten und Techniken werden gelehrt und geübt, bis solche Tauchgänge sicher durchgeführt werden können.

Technisches Tauchen - was heißt das eigentlich?

Schraube der Salem Express
Schraube der Salem Express

Welche Ausbildung bietet der HöSV im Bereich des technischen Tauchens

In der Abteilung Tauchen des HöSV werden alle Arten des technischen Tauchens aktiv betrieben. Darüber hinaus bilden unsere erfahrenen Tauchausbilder alle CMAS/VDST Lizenzen aus, bis einschliesslich Trimix*/Normoxisches Trimix bis ca. 60 Meter Tauchtiefe.

Im Detail bieten wir an:

Gasmischer

Das sichere Herstellen aller beim technischen Tauchen zum Einsatz kommenden Atemgasgemische.

Nitrox*

Die Besonderheiten in Theorie und Praxis beim Tauchen mit Atemgasgemischen mit einem erhöhten Sauerstoffgehalt bis maximal 40%.

Nitrox**

Der Taucher der bereits über die Kenntnisse und Fertigkeiten des NItrox* verfügt, lernt hier in Theorie und Praxis die sichere Planung, Vorbereitung und Durchführung von Nitrox-Tauchgängen bis maximal 40 m mit zwei verschiedenen Gasgemischen. Einem Grund- und einem Deko-Gas.

Tec Basic

Der interessierte Taucher lernt in diesem Kurs alle Grundlagen für das Tauchen mit mehreren Atemgasen. Schwerpunkte sind die dafür notwendigen praktischen Tauchfertigkeiten und Problemlösefähigkeiten, sowie das Tauchen und die Kommunikation im Team. Innerhalb des Kurses werden die Tauchgänge bis maximal 15 Meter Wassertiefe mit den Gasgemischen Nx32 und Nx50 als Dekompressionsgas durchgeführt.

Trimix*

Der fortgeschrittene Taucher lernt hier in Theorie und Praxis die sichere Planung, Vorbereitung und Durchführung von Trimix-Tauchgängen bis 60 Meter Wassertiefe. Getaucht wird ausschließlich ein normoxisches Trimix, also Gasgemischen, welche ausschließlich aus Stickstoff, Helium und Sauerstoff mit einem Sauerstoffanteil von minimal 18% bestehen.

 

2 Taucher auf Wrack

Fischschwarm vor Wrack

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